Hetzt nicht über Steinmeier-Plan
10. August 2009 0 KommentareZu diversen politischen Themen hat sich der frühere Bremer SPD-Bürgermeister Hans Koschnick geäußert. Eingeladen zu dem Vortrag hat der Stadthäger SPD-Stadtverband und der heimische Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy.
Koschnicks Kernbotschaft beinhaltete zwei Forderungen: Politiker aller Parteien müssen zusammenarbeiten und einander besser zuhören. Zudem sei eine langfristige Perspektive nötig. Das SPD-Urgestein nahm den viel kritisierten Deutschland-Plan des Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier in Schutz, da dieser eine nachhaltige Strategie für Deutschland biete. „Hetzt nicht darüber.“ Kurzweilig referierte Koschnik über die Geschichte der Bremer Sozialdemokratie und erwähnte dabei vor allem die Erfolge bei der Bildungsgerechtigkeit. Auch aktuelle Themen kommentierte der ehemalige Bundestagsabgeordnete. Die Linkspartei sei als Regierungspartner nicht geeignet. „Trotzdem bin ich dafür, einzelne Vorschläge der Linken anzuhören.“ Steuererleichterungen seien „Quatsch“. „Irgendwann muss man Schulden auch wieder begleichen.“ Atomkraft sei keine Lösung. „Wissenschaft und Forschung müssen Raum bekommen, um neue Wege zu finden.“ Koschnick plädierte für mehr Mitbestimmung in seiner Partei. Die Mitglieder müssten Gehör finden und ihre Meinung sagen. Genau dies taten die Gäste in der anschließenden Diskussionsrunde. Ein ehemaliger Gewerkschaftssekretär beklagte, dass es zu wenig Zoll- und Steuerfahnder gäbe. Mit zusätzlichen Einnahmen von deren Arbeit könne man Lehrer und Krankenpfleger einstellen. Edathy konterte, unter Finanzminister Peer Steinbrück seien „einige Tausend Zollfahnder“ eingestellt worden. Als der Gast die „Lobbyistendemokratie“ beklagte, nahm Edathy die Interessenvertreter in Schutz. Im Lobbyisten-Register des Deutschen Bundestages seien auch die SOS-Kinderdörfer, die Evangelische Kirche und der Deutsche Gewerkschaftsbund eingetragen. Koschnick kritisierte, dass Interessenvertreter hauptamtlich an Gesetzesentwürfen mitarbeiten, statt lediglich in ihrer Funktion als Lobbyist aufzutreten.
han | Schaumburger Nachrichten 10.08.2009
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