StartAktuellNachrichtenLeidensfähigkeit der Beschäftigten ist endlich

Leidensfähigkeit der Beschäftigten ist endlich

23. November 2009 0 Kommentare

SPD Schaumburg Vorstand im Gespräch mit Faurecia-Betriebsrat

STADTHAGEN / SCHAUMBURG:
Die Sorgen der Belegschaft des Autositze-Herstellers Faurecia in Stadthagen um die Sicherheit der Arbeitsplätze hat der Vorstand der Schaumburger SPD zum Anlass genommen, ein informatives Gespräch mit dem Betriebsrat sowie Thorsten Gröger, designierter 1. Bevollmächtigter der IG Metall Nienburg/Schaumburg, zu führen.

Faurecia, mit zahlreichen Standorten in Deutschland, Europa, Amerika und Südostasien ist einer der Hauptlieferanten für VW und Audi. Am Standort Stadthagen gibt es rund 1.500 Beschäftigte, davon etwa 365 im Produktionswerk. „Seit Anfang des Jahres zwingen uns die Folgen der Wirtschaftskrise zu Kurzarbeit. Wir arbeiten zur Zeit zusätzlich in einer 30-Stunden-Woche und das Lohnniveau liegt teilweise unterhalb vom Arbeitslosengeld I “, teilte Betriebsratsvorsitzender Fred Hartmann den Sozialdemokraten mit. „Für viele Kollegen ist das Maß voll – die Leidensfähigkeit ist endlich“, beschrieb Hartmann die aktuelle Situation.

Die Konzernleitung in Paris habe sich zwar für den Standort Stadthagen ausgesprochen, fraglich sei aber, wie viele von den heute 365 Kollegen in 2011/2012 noch mit dabei seien. „Für die meisten Kollegen, das Durchschnittsalter liegt bei über 40 Jahren, ist es eine unsichere Zukunft“, so Hartmann. Einige Mitbewerber hätten bereits Insolvenz angemeldet. Man erwarte eine Neuordnung des Marktes, aus der sich allerdings auch eine Entwicklungsperspektive für den Produktionsstandort Stadthagen ergeben könne.

Jürgen Bittner, der Chef der Vertrauensleute, wies darauf hin, „dass wir mit unserem Knowhow-Transfer die Entwicklung in anderen Ländern vorantreiben“. Schon heute würden zahlreiche Entwicklungsarbeiten nach Osteuropa und Asien vergeben. „Deshalb ist es wichtig, den Entwicklungsstandort Stadthagen durch den Erhalt der Produtktionsstrukturen langfristig zu sichern“

Und in Polen werden Stundenlöhne von weniger als 4 Euro bezahlt. „Dafür können und wollen die Kollegen nicht arbeiten“, stellt Gröger klar. Er verlangte, alles zu tun, um den Produktionsstandort zu festigen. Nicht vergessen dürfe man die Vorteile bei den Transportkosten gegenüber den osteuropäischen Werken. Gröger beklagte, dass es bei Faurecia zu einem „Personalabbau gekommen ist, ohne dass dahinter Konzepte für die Zukunft erkennbar werden“.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung hat der Betriebsrat ein so genanntes „Drei-Säulen-Modell“ entwickelt, mit dem die Fertigung am Standort Stadthagen stabilisiert werden kann. Das Modell beruht auf der Stabilisierung der gegenwärtig ausgelasteten „Mechanismen“-Fertigung, der Produktion von Ersatzteilen, Neuanläufen und Auslaufprodukten sowie der zusätzlichen Fertigung eines aktuellen Großserien-Produktes in Stadthagen“. Hartmann und Gröger haben die Geschäftsleitung zu Gesprächen über dieses Modell aufgefordert. „Der Betriebsrat hat mit seinem „Drei-Säulen-Konzept“ einen Vorschlag zur Stabilisierung des Fertigungswerkes in Stadthagen vorgelegt“, so Gröger. Jetzt sei das Management am Zug, seiner Verantwortung für die Arbeitsplätze am Produktionsstandort Stadthagen gerecht zu werden.

Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier und Bürgermeister Bernd Hellmann stimmten darin überein, „dass die regionale Wirtschaftsförderung dazu beigetragen hat, dass sich das Werk in Stadthagen gegenüber früheren Jahren eindeutig zu dem Standort Schaumburg bekennt“. Demgegenüber wies der heimische Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy auf die Verantwortung der Niedersächsischen Landesregierung hin. Ministerpräsident Wulff und Wirtschaftsminister Bode müssten ihren „Einfluss auf VW wahrnehmen um die Arbeitsplätze bei den niedersächsischen Automobilzulieferern zu festigen“.

Schaumburgs SPD-Vorsitzender Karsten Becker hob die Bedeutung eines abgestimmten Vorgehens hervor. Die Bemühungen von Betriebsrat und IG Metall, eine Produktionsverlagerung zugunsten des Stadthäger Werks zu erreichen, müsse sowohl mit Unterstützung der regionalen Wirtschaftsförderung als auch über politischen Druck auf die CDU-geführte Landesregierung, sich um die Probleme der niedersächsischen Automobilzulieferer zu kümmern, unterstützt werden. Der SPD-Kreisvorstand, IG Metall und Betriebsrat vereinbarten dazu einen engen Informationsaustausch und ein abgestimmtes politisches Vorgehen.



 

Kommentar schreiben

(Trackback)

Name

E-Mail

KommentarNetiquette

Spamschutz Senden
 

Landrat für Schaumburg


Empfehlungen


 

 
Inhaltsübersicht Kontakt Barrierefreiheit Impressum Datenschutz