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"Wir wollen die Wertschöpfung vor Ort haben"

Bernd Hellmann, Dirk Riekenberg, Karsten Becker (v.l.)

Karsten Becker (r.) und Bernd Hellmann (l.) danken Dirk Riekenberg für seinen Vortrag über die Möglichkeiten einer interkommunalen Zusammenarbeit

01. Juli 2011 1 Kommentar

Konzessionsverträge laufen aus / SPD Schaumburg auf Suche nach ökologisch und ökonomisch sinnvoller Lösung

Die SPD ist die bestimmende politische Kraft in Schaumburg und versteht sich als Garant für eine innovative Zukunftsgestaltung.

Die Konzessionen für die Stromversorgung laufen für zwölf Schaumburger Städte, Samtgemeinden und Gemeinden in den Jahren 2013 bis 2016 aus. Als Alternative zu einer Verlängerung der bestehenden Verträge mit E.ON Westfalen-Weser kommt der Rückkauf der Netze durch die Städte und Gemeinden in Betracht. Da die Stadtwerke Schaumburg-Lippe die Städte Bückeburg, Obernkirchen und Stadthagen sowie die Samtgemeinde Eilsen mit Gas und Wasser sowie das Stadtgebiet von Obernkirchen mit Strom versorgen, kommen die Stadtwerke Schaumburg-Lippe auch als Stromversorger für die anderen Kommunen in Frage.

"Die SPD Schaumburg hat Funktionsträger aus Städte- und Gemeindeverbänden zu einer Fachdiskussion eingeladen, um gemeinsam nach einer ökonomisch und ökologisch sinnvollen Lösung zu suchen", erläuterte Vorsitzender Karsten Becker gegenüber der Presse. Dirk Riekenberg, Geschäftsführer der WRG Solutions GmbH in Gütersloh, habe in seinem Vortrag über die "Ausgangslage zur möglichen interkommunalen Zusammenarbeit" die Chancen und Risiken einer Rekommunalisierung aufgezeigt.

Die Kommunen müssen zunächst im Bundesanzeiger bekanntgeben, dass die Verträge auslaufen. Die sieben Kommunen Bückeburg, Eilsen, Niedernwöhren, Nienstädt, Obernkirchen, Sachsenhagen und Stadthagen bilden eine Interessengemeinschaft und planen eine interkommunale Zusammenarbeit. Riekenberg bezeichnete sie als "hochinteressante Masse". Als ein Verbund mit rund 88.000 Einwohnern und einem geschätzten Stromabsatz von knapp 400 Gigawattstunden habe man eine bessere Verhandlungsgrundlage im Bieterverfahren.

Als Vorteile einer interkommunalen Zusammenarbeit nannte Riekenberg unter anderem das zusammenhängende Versorgungsgebiet, das deutliche Kostenersparnisse bei der Entflechtung von Leitungen bringt. Weitere Vorteile ergäben sich aus einer einheitlichen straffen Organisationsarbeit, einem unmittelbaren Wissenstransfer, einer Kostenbeteiligung gegenüber Fachbüros und Juristen sowie einer Festigung der zukünftigen Zusammenarbeit.
"In ganz Niedersachsen und NRW habe ich nur einmal eine solche Größenordnung gehabt", sagte Riekenberg. Es sei eine historische Chance für eine interkommunale Zusammenarbeit mit den Nachbarn.

"Wir wissen, dass mit den Netzen Geld verdient wird und wollen die Wertschöpfung vor Ort organisieren, aber es muss sich rechnen", stellten Bernd Hellmann und Karsten Becker übereinstimmend fest. Foto: pr
 



    Energie     Kommunalpolitik     Wirtschaft

 

1 Kommentar zu "Wir wollen die Wertschöpfung vor Ort haben"


Frank Rinne

1

am 20. Juli 2011 um 12:00 Uhr

Es wäre wünschenswert, wenn die Kommunen wieder als Netzbetreiber vor Ort agieren können. Hoffentlich lassen sich die Räte und Verwaltungen hier nicht aus Bequemlichkeit die Chance entgehen, zurkunftsfähige Weichen zu stellen. Wir können als Kommune auf das Marktmonopol einwirken und gleichzeitig den Verbrauchern eine Plattform für eneuerbare Energieen liefern. Damit schaffen wir einen Anteil an der Energieerzeugung ohne eigene Kraftwerkstechnologie.


 

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